{"id":944,"date":"2015-05-05T09:32:48","date_gmt":"2015-05-05T09:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=944"},"modified":"2015-07-15T10:20:37","modified_gmt":"2015-07-15T10:20:37","slug":"hieronymus-schultz-sculteti-1507-1521","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=944","title":{"rendered":"Hieronymus Schultz (Sculteti). 1507\u20131521"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Sch\u00e4ffer, H. R\u201e Kurtze Einleitung in die Kirchen- u. Reformations-Histolie der Stadt Brandenburg (Brandenburg 1740) 61-63.<\/li>\n<li>Spieker, Chr. W., Gesch. d. Einf\u00fchrung d. Reformation in die Mark Brandenburg (Berlin 1839) 52-56.<\/li>\n<li>Wernicke, E., Luther u. der Bischof v. Brandenburg (Brand. 1870).<br \/>\nSchimmelpfennig, Hieronymus Scultetus, Bischof v. Brand. in Allg. deutsch. Biogr. XII<br \/>\n(1880) 390-391.<\/li>\n<li>Kalkoff, P., Die Beziehungen der Hohenzollern zur Kurie unter dem Einflu\u00df der lutherischen Frage (Qu. u. Forsch. aus ital. Arch. u. Bibl. IX [1906] 98 ff., 124 ff.).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor seiner Wahl Domherr von Brandenburg s. S. 144. Unmittelbar nach dem Tode Bischof Joachims von Bredow wird H. als kurf\u00fcrstlicher Rat auf Wunsch des Landesherrn vom Kapitel durch scrutinium zum Bischof gew\u00e4hlt (Priebatsch, Pol. Corr. Albrecht Achill. III 281 Nr. 982, A VIII 466 Nr. 509); urkundlich als Elekt zuerst 1507 Juli 19 (S. B. 138), als Bischof 1507 Juli 30 ( Ind. chron. 141), vom Papst best\u00e4tigt erst 1507 Okt. 6 (A VIII 465 Nr_ 511).<br \/>\nH. f\u00fchrt zun\u00e4chst die Umwandlung des Domkapitels in ein weltliches Stift durch, die am 16. Dez. 1507 beendet ist (A VIII 466, MGH. SS. XXV 481). In der ersten H\u00e4lfte seines Episkopats bedeutende Streitigkeiten mit Rat und Geistlichkeit der Stadt Wittenberg, die \u00fcber das Jahr 1516 hinaus\u00ad dauern und in urs\u00e4chlichem Zusammenhang mit der sp\u00e4teren Reformation\u00a0stehen (Vignoles\u2018 Regesten im Ind. chron. nach dem verlorenen Mscr. Wittenbergense des Domarchivs, dazu S\u00e4chs.-Ernest. Ges.-Arch. Weimar, Reg. B 1106 und Reg. Hh 1647, auch Vat. Arch. Regg. Lat. 1283 f. 337 ff.). Dieser zun\u00e4chst indifferent gegen\u00fcberstehend wird er sp\u00e4ter zu einem heftigen Gegner der neuen Lehre.<br \/>\n1518 Febr. 8 leistet H. dem Erzbischof von Magdeburg den Ob\u00f6dienzeid des Suffraganen (St. A. Magdeburg, Rep. A I 94). 1519 ist der Bischof als Abgesandter des Kurf\u00fcrsten in Sachen der Wahl Franz\u2018 I. zum r\u00f6m. Kaiser politisch t\u00e4tig, auch bei der Kaiserwahl in Frankfurt Juni 1519 ist er zugegen (Deutsche Reichstagsakt. j. R. I 765). Am 22. Okt. 1520 vertritt er den Kurf\u00fcrsten bei den Feierlichkeiten der Kr\u00f6nung Karls V. in Aachen. Im April folgenden Jahres ist er bei den Verhandlungen des Wormser Reichstages anwesend und unterzeichnet in der Luther-Angelegenheit den Abschied vom 26. Mai (ebd. II 93, 561 ff., 741). \u00dcber eine diplomatische Mission nach D\u00e4nemark ist weiter nichts als die Tatsache der Entsendung bekannt (G. St. A. Rep. 57, 1).<br \/>\nW\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Worms ist seine Provision mit dem Bistum Havelberg erfolgt (\u00dcber die schwierigen Verhandlungen zwischen Kurf\u00fcrst und Kurie s. das urkundliche Material in Qu. u. Forsch. IX 124-134.). Nach dem Tod des am 10.Aug. 1520 gestorbenen Havelberger Bischofs Johannes von Schlabrendorff hatte das Domkapitel dem landesherrlichen Nominationsrecht zum Trotz Georg von Blumenthal zum Bischof gew\u00e4hlt, w\u00e4hrend der kurf\u00fcrstliche Kandidat Hieronymus Schultz nur das abweichende Votum zweier Domherren auf sich vereinigen konnte. Kurf\u00fcrst Joachim war jedoch entschlossen, seinen Willen dem opponierenden Kapitel gegen\u00fcber durchzusetzen. Dem Brandenburger kam das Interesse Roms, ihn bei der katholischen Fahne zu halten, zustatten. Man bestimmte den in Rom weilenden Elekten gegen die Zusicherung einer Pension und Wahrung seines Rechtes f\u00fcr den n\u00e4chsten Fall der Erledigung des Bistums zum Verzicht. Dann wurde am 12. April Hieronymus Schultz mit dem Bistum Havelberg providiert unter Dispens zur Beibehaltung der alten Di\u00f6zese. Jedoch war die finanzielle Belastung durch die dem zur\u00fcckgetretenen Pr\u00e4tendenten zu zahlende Pension, sowie die Bestellung des Koadjutors nicht im Sinne der Brandenburger. Kurf\u00fcrst Joachim rief die Vermittlung des Kaisers an, und dieser bat am 26. Apr. Papst Leo X., gegen Verzicht des Bischofs Hieronymus auf das Bistum Brandenburg zugunsten eines vom Kurf\u00fcrsten zu designierenden Kandidaten die dem fr\u00fcheren Havelberger Elekten v. Blumenthal zugestandene Reservation von pensio und coadiutoria gegen anderweitige Entsch\u00e4digung zu kassieren. Der kaiserlichen Verwendung ist seitens der Kurie entsprochen worden. Das Bistum Brandenburg wurde durch die p\u00e4pstliche Provision vom 17. Mai f\u00fcr Dietrich v. Hardenberg neu besetzt.<\/p>\n<p>Schultz wurde am 9. Aug. 1521 von Kurf\u00fcrst Joachim pers\u00f6nlich in sein neues Bistum eingef\u00fchrt dem protestierenden Domkapitel zum Trotz (s. Wernicke, Luther und der Bischof von Brandenburg, Excurs II). Kurz vor seinem Tode erhielt er in der Person des Dompropstes von Brandenburg Busso von Alvensleben einen Koadjutor s. S. 119. \u2020 zu Wittstock 1522 Okt. 29, ebendaselbst; ein Bildnis des Bischofs in der Kirche zu Wittstock war bereits im Anfang des 18. Jh. verschwunden (v. Ludewig, Reliquiae mscriptorum VIII 338, anno 1727, vgl. dazu G. St. A. Pr. Br. Rep. 10Domst. Havelberg II Nr. 10 f. 133).<br \/>\nH. war ein gelehrter und historisch interessierter Mann. 1516 lie\u00df er durch Melchior Lothar in Leipzig eine neue Ausgabe des Me\u00df\u00aduches nach der Ordnung der Brandenburger Kirche drucken (K\u00fcster, Bibliotheca Brand. 116), neue Auflage 1518 (davon ein Exemplar in der Bibliothek der St. Godehardkirche, darin ein Holzschnitt mit dem Wappen des Bischofs: im 1. und 4. Quartier die Brandenb. Schl\u00fcssel, im 2. und 3. Quartier das Familienwappen, ein geteilter Schild, oben ein nach rechts laufendes Einhorn, unten eine Raubvogelklaue). \u00dcber des Bischofs oratorische Begabung und angebliche Trunksucht s. Angelus, Ann. March. 268, Lentz, Dipl. Stiftshist. 60, Gercken, Stiftshist. 267.<\/p>\n<p>Siegel: 1. rund, rotes Wachs, in reich verziertem Siegelfelde unter Turnierhelm der Wappenschild mit Quartieren wie oben, als Schildhalter rechts Petrus, links Paulus.Umschrift auf gewundenem Spruchband: S &#8211; HIE &#8211; S &#8211; BRAN &#8211; ECCLE &#8211; EPISCO.<\/p>\n<p>2. rund, rotes Wachs, im Siegelfelde die Stiftsheiligen unter gotischem Geb\u00e4lk, zu F\u00fc\u00dfen der Figuren der Wappenschild. Umschrift: S \u2020 HIERONIMI \u2020 EPISCOPI \u2020 ECLESIE \u2020 BRANDENBVRGENSIS (Abb. in Kunstdenkm. II 3 Tafel VI Nr. 7 und S. XXXV Abb. XXVI).<\/p>\n<p>3. Ringsiegel abgebildet bei Vo\u00dfberg, Siegel d. Mark Brand. II B 5 Nr. 3.<br \/>\nIn: <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/books\/findpage\/AFI,1929\/52\" target=\"_blank\">Abb, Gustav \/Wentz, Gottfried, Das Bistum Brandenburg 1 (Germania Sacra A. F. Abt. 1), Berlin 1929, S. 52<\/a>.<\/p>\n<p>Detailinformationen im Digitalen Personenregister der Germania Sacra: \u201eHieronymus Schultz\u201c (GSN: 063-00774-001), in: Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00774-001\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00774-001<\/a> (Abgerufen: 05.05.2015).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Beziehungen zu anderen Personen:\u00a0<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Joachim von Bredow (Bischof Brandenburg), (Germania Sacra:<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00866-001\">\u00a0http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00866-001<\/a>)<\/li>\n<li>Franz I. von Frankreich (K\u00f6nig von Frankreich) (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118534947\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118534947<\/a>)<\/li>\n<li>Karl V. (Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reiches; K\u00f6nig von Spanien) (DB:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.deutsche-biographie.de\/ppn118560093.html\">http:\/\/www.deutsche-biographie.de\/ppn118560093.html<\/a>)<\/li>\n<li>Martin Luther (Reformator), (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118575449\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118575449<\/a>) (Germania Sacra:\u00a0<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/067-01452-002\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/067-01452-002<\/a>)<\/li>\n<li>Johannes von Schlabrendorff (Bischof Havelberg), (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/139538143\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/139538143<\/a>)<\/li>\n<li>Georg von Blumenthal (Bischof Havelberg), (Germania Sacra:\u00a0<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00489-001\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00489-001<\/a>)<\/li>\n<li>Markgraf Joachim Hektor II. (Kurf\u00fcrst von Brandenburg), (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118557556\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118557556<\/a>)<\/li>\n<li>Papst Leo X., (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118640437\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118640437<\/a>) (Germania Sacra:\u00a0<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/066-03471-002\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/066-03471-002<\/a>)<\/li>\n<li>Dietrich IV., von Hardenberg (Bischof Brandenburg), (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/137526962\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/137526962<\/a>) (Germania Sacra:\u00a0<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-01462-001\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-01462-001<\/a>)<\/li>\n<li>Busso von Alvensleben (Domprobst Brandenburg), (GND:\u00a0<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/120438852\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/120438852<\/a>) (Germania Sacra:\u00a0<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/003-00048-004\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/003-00048-004<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/leni7395.cartodb.com\/viz\/3be2128c-1984-11e5-a1dd-0e8dde98a187\/embed_map\" width=\"100%\" height=\"520\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<div class='kindleWidget kindleLight' ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/plugins\/send-to-kindle\/media\/white-15.png\" \/><span>Send to Kindle<\/span><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00e4ffer, H. 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