{"id":880,"date":"2015-05-05T09:09:10","date_gmt":"2015-05-05T09:09:10","guid":{"rendered":"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=880"},"modified":"2015-07-14T11:32:37","modified_gmt":"2015-07-14T11:32:37","slug":"matthias-von-jagow-1526-1544","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=880","title":{"rendered":"Matthias von Jagow. 1526-1544"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Danneil, J. F., Kirchengeschichte der Stadt Salzwedel (Halle 1842) 144 f.<\/li>\n<li>Schwarze, Matthias von Jagow, Bischof zu Brandenburg, in Allg. deutsche Biogr. XX (1884) 654.<\/li>\n<li>Heidemann, J., Die Reformation in der Mark Brandenburg (Berlin 1889) 200 ff.<\/li>\n<li>Knod, Deutsche Studenten in Bologna (Berlin 1898) 226.<\/li>\n<li>Gebauer, Joh., Beitr\u00e4ge zur Geschichte des Matthias von Jagow, Bischofs von Branden-\u00ad burg, 1526-1544 (J b. f. Brand. K. G. IV [1907] 87-109).<\/li>\n<li>Kawerau, G., Bischof Matthias von Jagow und die Ordination evangelischer Geistlicher (Jb. f. Brand. K. G. XIII [1915] 56-62).<\/li>\n<li>Klinkenborg, M., Der Ort der Abendmahlsfeier Kurf\u00fcrst Joachims II. am 1. November 1539 (Hohenzollern-Jb. XX [1916] 49-57, hier Nachweis \u00fcber die Literatur zur Streitfrage).<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>* c. 1480 als \u00e4ltester Sohn des Ritters und kurf\u00fcrstlichen Rates Claus von Jagow auf Aulosen in der Altmark (1440- 1507) und dessen zweiter Gemahlin Ermgard von Alvensleben, einer Tochter Gebhards von Alvensleben auf Hundisburg. Student in Leipzig 1505, Domherr von Magdeburg und Student in Frankfurt a. O. 1506; in Bologna immatrikuliert 1513, dort 1514 als procurator, wird ebenda 1516 Mz. 28 zum dr. utr. iur. promoviert und verl\u00e4\u00dft Bologna zwei Tage sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>1512 Juli 11, bereits au\u00dfer Landes, empf\u00e4ngt er mit seinen Br\u00fcdern Erasmus, Gebhard und Severin die Lehen des verstorbenen Vaters (C II 493). 1514 Sept. 9 reserviert Papst Leo X. ihm einige Pr\u00e4benden in der Augsburger und Breslauer Di\u00f6zese (Hergenroether I 711). 1520 Juni 11 wird der Auditor causarum C. Manlis mit der Einf\u00fchrung des Magdeburger Domherrn Matthias v. Jagow in eine Hildesheimer Domherrenpfr\u00fcnde be\u00adauftragt (Vat. Arch. Regg. Vat. 1186 f. 214-216). 1521 im Gefolge Kurf\u00fcrst Joachims I. auf dem Reichstage zu Worms. 1522 Nov. 27, von Kurbrandenburg pr\u00e4sentiert, Assessor am Reichs-Kammergericht zu N\u00fcrnberg (v. Raumer, Cod. dipl. Brand. cont. II 271), noch 1524 Jan. 19 in dieser Stellung genannt (Deutsche Reichstagsakt. j. R. IV 648). 1524 als Propst von Spandau, 1525 Domherr von Stendal, erh\u00e4lt die Primarie auf die Dompropstei Havel-\u00ad berg nach 1525 Dez. 25. Am 15. Juli 1526 wird M. vom Kurf\u00fcrsten zum<\/p>\n<p>[Seite 57]<\/p>\n<p>Bischof nominiert und nach der Wahl durch das Domkapitel am 8. Dez. 1527 vom Kardinalerzbischof Albrecht in Behinderung Papst Clemens\u2018 VII. providiert (A VIII 493), in Halle koroniert (nach Aussage des Domherrn J. Cassel in einem Schreiben von 1554 Febr. 26 an den Kurf\u00fcrsten, G. St. A. Rep. 58, 11). Am 3. Febr. 1528 erfolgt der Einzug des Bischofs in Branden\u00adburg, die Inthronisation im Dom und die Besitznahme des bisch\u00f6flichen Schlosses in Ziesar (Jb. f. Brand. K. G. IV (1907) 93-95). 1528 Dez. 31 verpflichtet er sich, die Havelberger Dompropstei nach Ablauf von 6 Jahren zu resignieren (G. St. A. Rep. 17, 2 e). Die im Jahre 1526 durch das Domkapitel via compromissi erfolgte Postulation ist erst am 4. Nov. 1532 durch den Papst zugelassen worden unter gleichzeitigem Befehl an den Elekten, nach Erwerb der noch fehlenden Weihen die Bischofsweihe zu nehmen und den Ob\u00f6dienzeid zu leisten (Vat. Arch. Regg. Lat. 1580 f. 8-13). Beides ist nicht erfolgt; noch im folgenden Jahre ist er Subdiakon und sucht in einem Schriftwechsel mit dem Erzbischof allerhand Ausfl\u00fcchte, um den Empfang der h\u00f6heren Weihen und die Konsekration hinauszuz\u00f6gern (St. A. Magdeburg, Rep. A I 93).<\/p>\n<p>Bald darauf ist der Abfall des Bischofs vom alten Glauben eingetreten. Ein 1534 vor dem 24. Juni anzusetzender undatierter Brief M.s an den Papst \u00fcher das Umsichgreifen der lutherischen Lehre im Stift Leitzkau zeigt den Bischof noch als streng rechtgl\u00e4ubigen Katholiken. Allerdings handelt es sich in diesem Schreiben um den Versuch, eine geplante Einziehung der Besitzungen des h\u00e4retischen Stifts zu motivieren (A XXIV 486 ff., Gesch. Bl. f. St. u. L. Magd. XXVI (1891) H. 2, 256 ff.).<\/p>\n<p>Nach dem Tode Joachims I. aber wendet sich M. der neuen Lehre zu, zwar als der erste der m\u00e4rkischen Bisch\u00f6fe, doch immerhin erst dann, als bereits die Mittelmark so gut wie v\u00f6llig lutherisch war. Die tats\u00e4chlichen Beweggr\u00fcnde seines \u00dcbertritts lassen sich nicht mehr erkennen, da sowohl das bisch\u00f6fliche Archiv auf Ziesar, als auch das Jagowsche Familienarchiv in Aulosen verloren ist. Ein \u00fcberzeugter Protestant ist M. wohl niemals gewesen.<\/p>\n<p>Am 1. Nov. 1539 nimmt der Bischof in der Nikolaikirche zu Spandau in der Form des Hochamtes die Abendmahlsfeier in beiderlei Gestalt vor, der Kurf\u00fcrst Joachim II. beiwohnt (Hohenzollern-Jb. XX 49 ff.). Auf Betreiben des Kurf\u00fcrsten und Zureden des General-Superintendenten Stradner entschlie\u00dft sich der Sechzigj\u00e4hrige noch zu einer Heirat. Am Juni 1541 wird ihm die Tochter Joachims von Rochow, Katharina, durch den Pfarrer Magnus Gro\u00df von Beelitz angetraut (G. St. A. Rep. 57, 9 a; hier auch die Liste der zur Feier des erst einige Zeit nach der Trauung gehaltenen Beilagers geladenen G\u00e4ste). Kinder sind dieser Verbindung nicht<\/p>\n<p>[Seite 58]<\/p>\n<p>mehr entsprossen. Aus einem fr\u00fcheren Verh\u00e4ltnis des Bischofs zu einer gewissen Else Fingerlein stammen 2 au\u00dfereheliche Kinder.<\/p>\n<p>Auf dem Krankenlager l\u00e4\u00dft M. am 25. Mai 1544 sein Testament aufsetzen. Er stirbt wahrscheinlich in der ersten H\u00e4lfte des Oktobers gleichen Jahres, begraben vermutlich im Dom zu Brandenburg, der Grabstein ist verloren (vgl. Gebauer, Gesch. d. Reformation im Bistum Brandenburg 28 Anm. 1). Die Testamentser\u00f6ffnung erfolgte in Anwesenheit des Kur\u00adf\u00fcrsten am 24. Oktober (G. St. A. Rep. 57, 1a).<\/p>\n<p>Siegel: 1. Hauptsiegel, rund, rotes Wachs, im Siegelfelde unter einem Portal, auf dem drei nackte Figuren sichtbar sind, der viergeteilte Wappenschild (1. und 4. Quartier Stifts-, 2. und 3. Familienwappen) ge\u00adkr\u00f6nt von Mitra und Turnierhelm; als Schildhalter stehend rechts Petrus, links Paulus. Umschrift auf verschlungenem Spruchband: S &#8211; MATHIA -\/ DEI\u00b7 G &#8211; RA \u00b7CO \/ NVIR &#8211; EPIS \/ \u2020 BR &#8211; AN (Abb. Kunstdenkm. II 3 Taf. VI Nr. 8). 2. Oblaten- und Ringsiegel mit dem Wappenschild und der Legende MBZB s. bei Vo\u00dfberg, Siegel d. Mark Brand. II B 5 Nr. 6-8.<\/p>\n<p>In:\u00a0<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/books\/findpage\/AFI,1929\/56\">Abb, Gustav \/Wentz, Gottfried, Das Bistum Brandenburg 1 (Germania Sacra A. F. Abt. 1), Berlin 1929, S.\u00a056-58.\u00a0<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Detailinformationen im Digitalen Personenregister der Germania Sacra:\u00a0 \u201eMatthias von Jagow\u201c (GSN: 063-01301-001), in: Germania Sacra,<a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-01301-001\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-01301-001<\/a> (Abgerufen: 05.05.2015).<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Beziehungen zu anderen Personen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Claus von Jagow (kurf\u00fcrstlicher Rat)<\/li>\n<li>Gebhard von Alvensleben<\/li>\n<li>Leo X. (Papst) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118640437\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118640437<\/a>) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/066-03471-002\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/066-03471-002<\/a>)<\/li>\n<li>Joachim I. (Kurf\u00fcrst Brandeburg) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/119721821\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/119721821<\/a>)<\/li>\n<li>Joachim II. (Kurf\u00fcrst Brandenburg) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/119721813\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/119721813<\/a>)<\/li>\n<li>Albrecht II. (Kurf\u00fcrst von Brandenburg, Kardinalerzbischof von Mainz) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118647733\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118647733<\/a>) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00008-001\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00008-001<\/a>)<\/li>\n<li>Clemens VII. (Papst) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118723510\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118723510<\/a>) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/059-00302-001\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/059-00302-001<\/a>)<\/li>\n<li>Joachim von Rochow<\/li>\n<li>Magnus Gro\u00df von Beelitz (Pfarrer)<\/li>\n<\/ul>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/annbeuch.cartodb.com\/viz\/9039108c-1f02-11e5-a5bc-0e49835281d6\/embed_map\" width=\"100%\" height=\"520\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<div class='kindleWidget kindleLight' ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/plugins\/send-to-kindle\/media\/white-15.png\" \/><span>Send to Kindle<\/span><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Danneil, J. F., Kirchengeschichte der Stadt Salzwedel (Halle 1842) 144 f. Schwarze, Matthias von Jagow, Bischof zu Brandenburg, in Allg. deutsche Biogr. XX (1884) 654. Heidemann, J., Die Reformation in der Mark Brandenburg (Berlin 1889) 200 ff. Knod, Deutsche Studenten &hellip; <a href=\"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=880\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"parent":1730,"menu_order":56,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"tags":[8,736,600,38,460,166,458,444,598,448,450,698,690],"class_list":["post-880","page","type-page","status-publish","hentry","tag-bischof","tag-bistum-augsburg","tag-breslauer-dioezese","tag-brandenburg","tag-clemens-vii-papst","tag-domherr-von-magdeburg","tag-domherr-von-stendal","tag-havelberger-dompropstei","tag-joachim-i-kurfuerst","tag-kaiser-karl-v","tag-leo-x-papst","tag-mitra","tag-praemonstratenserstift-leitzkau"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=880"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2044,"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/880\/revisions\/2044"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}