{"id":776,"date":"2015-05-04T20:54:04","date_gmt":"2015-05-04T20:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=776"},"modified":"2015-07-15T10:19:06","modified_gmt":"2015-07-15T10:19:06","slug":"johannes-ii-von-waldow-1415-1420","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=776","title":{"rendered":"Johannes II. von Waldow. 1415\u20131420"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Wohlbr\u00fcck, Gesch. d. Bistums Lebus (Berlin 1829) II 137 ff.<\/li>\n<li>Lewinski, Die Brandenburgische Kanzlei und das Urkundenwesen w\u00e4hrend der Re\u00adgierung der beiden ersten Hohenzollernschen Markgrafen (Stra\u00dfburg 1893).<\/li>\n<li>Hennig, R., Die Kirchenpolitik der \u00e4lteren Hohenzollern in der Mark Brandenburg (Leipzig 1906) 80 f.<\/li>\n<li>Spatz (vollendet durch Hoppe), Die Geschichte derer von Waldow (Berlin 1927) 24-29.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[Seite 44]<\/p>\n<p>1400 bacc. in Prag (Mon. bist. Univ. Prag. II 1, 19). Als Kanzleibeamter Jobsts von M\u00e4hren f\u00fcr den Bereich der Mark seit 1403 Aug. 18 nachweisbar (A XXIII 142), 1409 Landschreiber (A XVI 38). 1409 Archidiakon von Lebus, 1410 prozessiert er als gewesener Protonotar des Markgrafen Jobst um einen Altar in der Berliner Nikolaikirche (Repert. Germ. Regg. Lat. 145 f. 255). 1411 Propst von Berlin (D 38, 49, 192). Nach Jobsts Tod unter Burggraf Friedrich von Zollern Leiter der Kanzlei (Lewinski 40 ff.). Herbst 1414 auf dem Landfriedenstag von N\u00fcrnberg zusammen mit dem Burggrafen (Deutsche Reichstagsakt. VII 219, 220), den er auch auf das Konzil von Konstanz begleitet, wo er am 1. Juli 1415 unter den Deputierten des Konzils erscheint, die mit Hu\u00df wegen des Widerrufs verhandeln (v. d. Hardt, Magnum conc. Constant. IV 345, 430).<\/p>\n<p>1415 Mz. 13 nach Verzicht des von Augsburg nach Brandenburg trans\u00adferierten <a href=\"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=654\" target=\"_blank\">Friedrich von Grafeneck<\/a> von Johann XXIII. zum Bischof von Brandenburg providiert; infolge der Suspension und Deposition Johanns XXIII. unterblieb die Bullierung der Urkunden. In einem Proze\u00df gegen Nikolaus von Klitzing um die Propstei Berlin wurde ein Zeugnisbrief des gewesenen Vizekanzlers Johanns XXIII., der d. d. 1415 Juni 22 die Provisionsurkunden im Transsumpt enthielt, vom p\u00e4pstlichen Auditoriat als Rechtsgrundlage genommen (Vat. Arch. Regg. Suppl. 117 (113) f. 131-132). Mit der Provision zum Bischof war der Dispens zur Beibehaltung der Propstei Berlin und des Archidiakonats Lebus auf 7 Jahre vom Tage der Weihe an ausgesprochen.<\/p>\n<p>Wenn J. trotz seiner Provision zum Bischof noch geraume Zeit (bis Ende 1415) Propst von Berlin genannt wird, so mag das seinen Grund darin haben, da\u00df das Brandenburger Domkapitel den Domherrn <a href=\"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/?page_id=476\" target=\"_blank\">Nikolaus von Burgsdorff<\/a> zum Bischof gew\u00e4hlt hatte, der sich bis zur R\u00fcckkehr J.s in die Mark behauptet haben wird (s. den Bericht der Magd. Sch\u00f6ppenchron., Chron. d. deutsch. St\u00e4dte VII 341). Die bisch\u00f6fliche Weihe hat J. erst zwischen 1417 Apr. 18 (B III 256) und Dez. 20 erhalten; an diesem Tage von Martin V. best\u00e4tigt (Eubel I2 144). Mit dem Archidiakonat von Lebus ist 1419 Mai 15 Johannes von Waldow jun., der Bruder des Bischofs, mit der Propstei Berlin 1420 Jan. 8 der Kleriker der Di\u00f6zese Posen Nikolaus von Waldow providiert worden (Repert. Germ. Regg. Suppl. 121f. 77, 132 f. 286). Wenn J. 1422 als gewesener canonicus Brand. bezeichnet wird (UB. d. Kl. Berge 199 Nr. 262), so liegt hier entweder ein Irrtum oder ein Lesefehler vor.<\/p>\n<p>J. war in erster Linie Diplomat seines Landesherrn. Auch sein Verh\u00e4ltnis zur kurf\u00fcrstlichen Kanzlei blieb bestehen (als Relator zuletzt 1421 Mai 2, s. Lewinski 139). Die Wirksamkeit f\u00fcr seine Di\u00f6zese war gering. Auf dem Konzil zu Konstanz ist er in den Jahren 1417 u. 1418 erneut zu-<\/p>\n<p>[Seite 45]<\/p>\n<p>gegen gewesen. 1420 Jan. 6 erscheint er im Gefolge K\u00f6nig Siegmunds auf dem Reichstage zu Breslau (Deutsche Reichstagsakt. VII 403).<\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz 1420 wurde der p\u00e4pstliche Kaplan und Auditor Johannes von Borschwitz, Bischof von Lebus, als Erzbischof nach Gran transferiert. Am 29. d. M. wurde dem Erzbischof auf seine Supplik hin die Beibehaltung des Bistums Lebus bewilligt, solange bis er in den Besitz des Erzbistums ge\u00adkommen sei (Repert. Germ. Regg. Suppl. 135 f. 158). Am gleichen Tage ist Bischof Johann von Waldow von Brandenburg nach Lebus transferiert worden (Brandenburgia XXIV [1916] 250). Da das Bistum Lebus noch nicht frei war, blieb J. in seiner alten Di\u00f6zese. Trinitatis 1420 (Juni 27) publizierte er auf einer Synode in Brandenburg das Statut: De modo habendi in divinis (Anh. zum Breviarium dioccsis Brand. im M\u00e4rk. Provinzialmuseum). Am 18. Mai und 3. Aug. 1420 ist er in G\u00f6rlitz nachzuweisen (Cod. dipl. Lusatiae superioris II l, 25, 26); vielleicht war er in dieser Zeit in B\u00f6hmen w\u00e4hrend der schwierigen Verhandlungen, die der am 28. Juli zu Prag erfolgten K\u00f6nigs\u00adkr\u00f6nung Siegmunds vorausgingen (weder Windecke, noch Lorenz\u2018 von Brezowa kurzer Bericht \u00fcber die Kr\u00f6nung erw\u00e4hnt seine Anwesenheit, s. Font. rer. Austriac. I 2, 384).<\/p>\n<p>Am 6. April 1421 urkundet J. noch als Bischof von Brandenburg in Berlin (Fidicin, Hist. dipl. Beitr\u00e4ge IV 130 Nr.153) und fungiert als Relator am 2. Mai ebendort (s. o.). Bald darauf hat er sich nach F\u00fcrstenwalde be\u00adgeben und sein neues\u00b7Bistum \u00fcbernommen. 1421 Sept. 1 best\u00e4tigt J. das Domstift (A XX 257), am gleichen Tage benachrichtigt Martin V. den Erzbischof von Magdeburg von der Neubesetzung des Bistums Brandenburg (A XXIV 413), das w\u00e4hrend kurzer Sedisvakanz vom Dompropst als Kapitelsvikar verwaltet worden ist.<\/p>\n<p>J. starb in der 2. H\u00e4lfte des Jahres 1423, sein Nachfolger im Lebuser Bistum und gleichnamiger Bruder begegnet als Archidiakon von Lebus noch am 5. Juni d. J. in Bologna (Knodt, Dtsche. Stud. i. Bologna 608); \u25a1 in der Domkirche zu F\u00fcrstenwalde (Grabstein, ehemals in der F\u00fcrstenwalder Kirche, jetzt in der Kirche zu Dannenwalde, Mecklenburg-Strelitz, be\u00adfindlich).<\/p>\n<p>Siegel. 1. rund, im Siegelfelde ein Altarschrein von 2 Stockwerken zu je 3 Nischen; in der oberen Mittelnische Maria den Leichnam Christi tragend, rechts und links je ein Heiliger, in der unteren Mittelnische das Grab Christi, rechts Petrus, links Paulus; darunter durch einen Balken ge\u00adtrennt rechts das Stifts-, links das Familienwappen. Umschrift in gotischei Minuskel: S\u2018 iohannis: dei gra epi &#8211; ecclie brandeburgen (Abb. Kunstdenkm\u00e4ler II 3 Taf. VI Nr.1, Spatz a. a. O. 28). 2. rund, rotes Wachs, im Siegel\u00ad felde die Stiftsheiligen unter gotischem Baldachin stehend, rechts Petrus, links Paulus, ihnen zu F\u00fc\u00dfen rechts das Stifts-, links das Familienwappen.<\/p>\n<p>[Seite 46]<\/p>\n<p>Umschrift in gotischer Minuskel: \u2020 S \u00b7 iohis \u00b7 dei \u00b7gra \u2020 &#8211; \u2020 epi bfad\u2018burgn \u2020 (Abb. bei Vo\u00dfberg, Siegel d. Mark Brand. II B 4 Nr. 5).<\/p>\n<hr \/>\n<p>In: <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/books\/findpage\/AFI,1929\/43\">Abb, Gustav \/Wentz, Gottfried, Das Bistum Brandenburg 1 (Germania Sacra A. F. Abt. 1), Berlin 1929, S. 43-46<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Detailinformationen im Digitalen Personenregister der Germania Sacra<\/em>: \u201eJohannes II. von Waldow\u201c (GSN: 063-00883-001), in: Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00883-001\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/063-00883-001<\/a> (Abgerufen: 04.05.2015).<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Nach Erscheinen des Germania-Sacra-Bandes publizierte Literatur:<\/em><br \/>\n<code><\/code><\/p>\n<p>[zotpress userid=&#8220;350127&#8243; items=&#8220;U5GKXUJR&#8220; style=&#8220;zeitschrift-fur-deutsche-philologie&#8220;]<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Beziehungen zu anderen Personen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Jobst von M\u00e4hren (Deutscher K\u00f6nig) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/12930963X\" target=\"_blank\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/12930963X<\/a>)<\/li>\n<li>Friedrich von Zollern (Burggraf)<\/li>\n<li>Friedrich von Grafeneck (Elekt Brandenburg) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/133826422\" target=\"_blank\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/133826422<\/a>) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-01268-001\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-01268-001<\/a>)<\/li>\n<li>Johann XXIII. (Gegenpapst) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118557882\" target=\"_blank\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118557882<\/a>)<\/li>\n<li>Nikolaus von Klitzing<\/li>\n<li>Nikolaus von Burgsdorff (Elekt Brandenburg) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-00574-003\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-00574-003<\/a>)<\/li>\n<li>Martin V. (Papst) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118578286\" target=\"_blank\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118578286<\/a>)<\/li>\n<li>Johannes von Waldow jun. (Archidiakon Lebus) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-04102-002\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-04102-002<\/a>)<\/li>\n<li>Nikolaus von Waldow (Kleriker Di\u00f6zese Posen) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-04102-003\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-04102-003<\/a>)<\/li>\n<li>Siegmund (Dt. K\u00f6nig) (GND:<a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118614185\" target=\"_blank\"> http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118614185<\/a>)<\/li>\n<li>Johannes von Borschwitz (Bischof von Lebus) (Germania Sacra, <a href=\"http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-00432-001\" target=\"_blank\">http:\/\/personendatenbank.germania-sacra.de\/index\/gsn\/002-00432-001<\/a>)<\/li>\n<li>Jan Hu\u00df (Reformator) (GND: <a href=\"http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118554948\" target=\"_blank\">http:\/\/d-nb.info\/gnd\/118554948<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"attachment_1758\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Graph-Johannes-von-Waldow.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1758\" class=\"size-large wp-image-1758\" src=\"http:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Graph-Johannes-von-Waldow-1024x591.png\" alt=\"Visualisierung des Beziehungsnetzwerks mit Palladio\" width=\"640\" height=\"369\" srcset=\"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Graph-Johannes-von-Waldow-1024x591.png 1024w, https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Graph-Johannes-von-Waldow-300x173.png 300w, https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Graph-Johannes-von-Waldow-600x346.png 600w, https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Graph-Johannes-von-Waldow.png 1386w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1758\" class=\"wp-caption-text\">Visualisierung des Beziehungsnetzwerks mit Palladio<\/p><\/div>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/bkr.cartodb.com\/viz\/939d9058-13a0-11e5-a4b1-0e5e07bb5d8a\/embed_map\" width=\"100%\" height=\"520\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class='kindleWidget kindleLight' ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gsacra.uni-goettingen.de\/wordpress-4.1-de_DE\/wordpress\/wp-content\/plugins\/send-to-kindle\/media\/white-15.png\" \/><span>Send to Kindle<\/span><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohlbr\u00fcck, Gesch. d. 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